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Handys spenden. Gutes tun. Wie die missio-Aktion Menschen weltweit hilft.

12. Juli 2021
Mission, Entwicklung, Frieden, Schöpfungsverantwortung
missio ruft auf, ausgediente Handys zu spenden. Die Altgeräte werden repariert oder umweltschonend recycelt. Mit dem Erlös hilft missio Opfern Moderner Sklaverei: von der Entstehung bis zur Entsorgung eines Handys.

Im vergangenen MEF-Kurier berichteten wir über die Woche der Goldhandys. missio ruft im Rahmen der Aktion Schutzengel zum Spenden von Altgeräten auf. Für die bis zum damaligen Zeitpunkt gespendeten 180.000 Handys wurde ein Erlös von 100.000 Euro erzieht, also etwas mehr als 50 Cent pro Handy: „Da muss doch noch mehr Spielraum für einen höheren Erlös zugunsten der missio-Projekte vorhanden sein!“ stellte ein Leser in Frage.

Folgende Hintergründe geben Einblick in die Aktion missios, die auf vielfältigen Ebenen nachhaltig wirken will.

Junges Unternehmen verbindet Ökologie, Soziales und Ökonomie

Die gespendeten Handys leitet missio weiter an Mobile-Box, ein junges Unternehmen mit Sitz in Köln, das sich auf die Verwertung von Mobiltelefonen spezialisiert hat. Die Gründer Eric Schumacher und Till von Pidoll haben sich in diesem Bereich fachkundig gemacht und nach und nach die Firma aufgebaut. Heute beschäftigen sie einen kleinen Stab an Mitarbeitenden, von denen rund die Hälfte Menschen mit Handicap sind. Diese sichten und erfassen alle eingehenden Handys, testen sie auf Funktionstüchtigkeit, reparieren und reinigen noch nutzbare Geräte, löschen Daten und managen den Wiederverkauf der aufbereiteten Geräte sowie die Weitergabe der defekten an ein Unternehmen, das das stoffliche Recycling innerhalb Europas übernimmt. Diese Abläufe sind sehr arbeitsaufwändig, vor allem durch die Vielzahl an Modellen, Herstellern und Reparaturfällen.

Mobile-Box ist ein Wirtschaftsunternehmen und muss sich in erster Linie durch die Erlöse finanzieren, hat aber seit der Gründung immer mit gemeinnützigen Sammelpartnern kooperiert, die einen Anteil der Gewinne erhalten.

Recycling in Europa statt illegale Verschiffung in den globalen Süden

Mobile Box legt Wert darauf, dass weder das Recycling noch die Zweitverwendung der Geräte Märkte außerhalb Europas belasten. Dies ist nicht bei allen Recycling-Stellen gewährleistet. Nach wie vor gelangen große Mengen unseres Elektroschrotts über illegale Schiffsrouten in Länder des globalen Südens, etwa nach Accra in Ghana, wo sich die größte Elektroschrotthalde der Welt befindet. Dort verseuchen die Schadstoffe die Umwelt und stellen größte Gefahren für die Gesundheit der Menschen vor Ort dar. Auch hier arbeitet missio mit seinen kirchlichen Partnern vor Ort zusammen, um den verheerenden Folgen unsachgemäßen Recyclings entgegen zu wirken (>mehr dazu).

In Deutschland erlebt missio das Unternehmen Mobile-Box als einen überzeugenden Kooperationspartner, der versucht, dauerhaft Ökologie, Soziales und Ökonomie zu einem funktionierenden Ganzen zu verbinden.

Kampagne kritisiert Konsumverhalten

Mit dem Aufruf zur Handyspende verbindet missio neben dem reinen Gelderlös noch weitere Ziele: Das Hilfswerk möchte darauf aufmerksam machen, dass unser Konsumverhalten Auswirkungen auf die Lebensbedingungen von Menschen im globalen Süden hat. Jede und jeder kann einen Beitrag leisten, um der Ausbeutung von Menschen und Natur entgegenzuwirken.

Auf politischer Ebene steht missio im engen Kontakt mit dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung und macht sich etwa mit der Initiative Lieferkettengesetz für die Einhaltung von Menschenrechten in internationalen Produktionsketten stark.

Ein großer Schwerpunkt der Aktion Schutzengel von missio liegt in der Arbeit mit traumatisierten Menschen in der DR Kongo, die Opfer der weltweiten Rohstoffkonflikte sind. Dazu leistet jedes recycelte Handy, mag der Einzelerlös auch klein sein, einen wichtigen Beitrag. Wer die Aktion durch Spenden oder Mitmachaktionen unterstützen will, findet weitere Infos unter: https://www.missio-hilft.de/mitmachen/aktion-schutzengel/

 
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