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Pastorale Informationen
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© Leonie Jedicke

Queersensible Pastoral

Informationen rund um den diözesanen Arbeitskreis Queersensible Pastoral

Unser Auftrag

Zum 1. Januar 2022 hat der diözesane Arbeitskreis Queersensible Pastoral im Bereich Pastorale Dienste des Erzbischöflichen Generalvikariates seine Arbeit aufgenommen.

Der Arbeitskreis hat den Auftrag, folgende Ziele zu bearbeiten:

  1. Die Sichtbarmachung queerer Menschen und Themen, ihrer Lebenssituationen und Erfahrungen, um eine menschenzugewandte Pastoral zu verwirklichen und Räume des Angenommen- und Willkommen-Seins zu eröffnen, für diese Menschen selbst sowie für ihre Angehörigen
  2. Die Mithilfe bei der Übersetzung der zu erwartenden Voten des Synodalen Weges der katholischen Kirche in Deutschland in die pastorale Praxis des Erzbistums
  3. Eine Bündelung bereits existierender Aktionen, Formate und Gottesdienst
  4. Die Identifikation von Ansprechpersonen, die sich in Dekanaten, Pastoralen Räumen und Verbänden mit queersensiblen Fragestellungen auseinandersetzen
  5. Eine überdiözesane Vernetzung aufzubauen

Was bedeutet "queersensibel"?

Das Wort „queer“ (engl.) ist eine Selbstbezeichnung und ein Sammelbegriff von/für Menschen, die der gesellschaftlichen Norm von Heterosexualität und Cis-Geschlechtlichkeit nicht entsprechen. Die Abkürzung LSBTIQ+ steht für lesbisch, schwul, bisexuell, trans*, inter* und queer. Mit dem Plus-Zeichen wird ausgedrückt, dass es weitere nicht-heterosexuelle, nicht cis-geschlechtliche Orientierungen und Identitäten gibt.
Da die Sichtbarkeit von queeren Menschen (noch) keine Selbstverständlichkeit ist, bedarf es in der Pastoral einer Sensibilität für die Lebenswirklichkeit und Diskriminierungserfahrungen von LSBTIQ+ Personen.

Statement zum Auftrag

Die folgenden Gedanken und Haltungen zum Auftrag wurden im Arbeitskreis nach einem Treffen mit Erzbischof Hans-Josef Becker im Juni 2022 formuliert und Dr. Michael Bredeck, Leiter des Bereiches Pastorale Dienste, zur Kenntnis gegeben.

Kirche ohne Angst

Wir setzen uns ein für eine Kirche ohne Angst. Niemand sollte Angst haben müssen, sich als lesbisch, schwul, bisexuell, trans*, inter* und/oder queer (abgekürzt „LSBTIQ“) zu outen. Wir haben die Vision, dass Queer-Sein eines von vielen Lebensthemen ist, das zum Mensch-Sein gehört. Wir sind geleitet von den Erkenntnisgewinnen der Theologie, die herausgearbeitet hat, dass das jüdisch-christliche Menschenbild sich nicht allein in einem binären Menschenbild erschöpft („als männlich und weiblich schuf er sie“), sondern die Perspektive der Geschlechtervielfalt mit einbezieht. Denn es gibt nicht nur Tag und Nacht, Meer und Land, sondern eine unendliche Vielfalt dazwischen. Auf dem Weg dorthin sollen Mitarbeitende durch ein LSBTIQ+ Netzwerk gestärkt werden.

Netzwerk

Unser Ziel ist es, ein inner- und außerkirchliches Netzwerk zu etablieren. Dazu bedarf es eines Personenkreises, der die Anliegen mitträgt. Dieses können Ansprechpersonen in den Dekanaten oder Seelsorger*innen in den Regionen sein. Es gilt, heterosexuelle Verbündete (sog. Straight Allies) zu gewinnen, die unsere Anliegen an der Basis unterstützen.

Aufarbeitung

#outinchurch hat gezeigt: Viele queere Menschen haben durch die Kirche Verletzungen erfahren. Wir wünschen uns, dass das Erzbistum Paderborn in dieser Hinsicht seine (Schuld-) Geschichte aufarbeitet. Neben der Änderung der Grundordnung des kirchlichen Dienstes warten ehemalige queere Mitarbeitende auf ein Gesprächsangebot, vielleicht auch auf eine Entschuldigung. Manche erhoffen sich ein Angebot zur Wiederbeschäftigung.

Rechtliche Rahmenbedingungen

Wir unterstützen Bestrebungen hin zu einer Reform des Kirchenrechtes (hinsichtlich der Themen Gewaltenteilung, Ämter, Weihe). Auch die Bedingungen zur Vergabe der kirchlichen Lehrerlaubnis Missio canonica müssen geändert werden, um die Diskriminierung queerer Menschen zu beenden.

Haltungen

Gemeinsam mit den Verantwortlichen des Erzbistums bemühen wir uns darum, dass eine queersensible Pastoral in allen Bereichen integrativ mitgedacht wird. Wir setzen uns auf allen Ebenen der Kirche für den Abbau von Diskriminierung ein, insbesondere von queeren Menschen. Dass Kirche und Caritas sich für die Belange queerer Menschen einsetzen, muss offen gezeigt und beworben werden dürfen (beispielsweise in unterschiedlichen Beratungsangeboten).
Die Pastoral vor Ort möchten wir unterstützen, möglichen Diskriminierungen in den Pastoralen Räumen auf die Spur zu kommen. Wir möchten Materialien und Methoden zur Verfügung stellen, die helfen, gemeinsam für Klischees und Stereotypen sensibel zu werden.

Sichtbarkeit

Wir arbeiten an der Sichtbarkeit von LSBTIQ+ Themen anhand von Informationsmaterial und anderen Zeichen (etwa Regenbogenfahnen). Wir laden queere Menschen aus unserem Erzbistum ein, ihre Geschichten in Videos oder Erzählräumen zur Verfügung zu stellen. Ihre Lebensgeschichten sind Glaubensgeschichten, von denen wir uns berühren lassen möchten. Unser Ziel: Queere Menschen werden in den Gemeinden sichtbar, erleben keine Hürden, sondern gehören selbstverständlich dazu. Auf den Internetseiten des Erzbistums sollen Interessierte Informationen, Ansprechpartner*innen, Verlinkungen und Arbeitsmaterialien zu queeren Themen erhalten.

Bildung

Wir setzen uns für Bildung im Sinne einer Sensibilisierung für queere Themen ein. Dazu gehört, dass allen Menschen Begriffe wie „queer“ oder „LSBTIQ+“ geläufig sind. Für alle Schulformen möchten wir anregen, dass gemeinsam mit den Verantwortlichen Unterrichtsreihen zum Queer-Sein in der Kirche entwickelt werden. Für alle Bereiche des pastoralen Personals sowie des Ehrenamtes sollten Bildungsformate zu geschlechtlicher und sexueller Vielfalt etabliert werden. Insbesondere (angehende) Führungskräfte sollen Fortbildungen zum Diversity-Management erhalten. Die kath. Erwachsenenbildung und Caritas greifen Vielfaltsthemen auf.

Gottesdienste

Wir setzen uns dafür ein, dass es in unserem Erzbistum Orte gibt, an denen Queer-Gottesdienste gefeiert werden. Segensfeiern für queere Paare sollen eine Selbstverständlichkeit werden. Darüber hinaus sehnen queere Menschen sich danach, auch in Gottesdiensten Resonanz zu erfahren, die sich nicht an eine spezielle Zielgruppe wenden. Dazu möchten wir Arbeitshilfen entwickeln (für Fürbitten und andere liturgische Texte). Wir erhoffen uns eine Kirche, in der offen queere Menschen – unabhängig von ihrer Geschlechtsidentität – predigen.

Der Arbeitskreis stellt sich vor

 

Bernd Mönkebüscher:

Ich arbeite als Pfarrer in Hamm, 1992 zum Priester geweiht. Nach meinem Outen Anfang 2019 ist mir die Pastoral mit queren Menschen sehr wichtig. Darum war ich Mitinitiator von #mehr Segen, #Liebegewinnt und #OutInChurch. In St. Agnes in Hamm feiern wir an jedem letzten Sonntag im Monat um 18 Uhr einen „Gottesdienst im Zeichen des Regenbogens“.

 

Dorothee Holzapfel:

Ich arbeite in der kath. Erwachsenen- und Familienbildung sowie im Bereich Ehrenamtsförderung. In beiden Bereichen setze ich mich für die Sichtbarkeit und Wertschätzung vielfältiger Lebensweisen ein. Im AK Queersensible Pastoral liegt mein Schwerpunkt darauf, Fortbildungsangebote für Hauptberufliche und Ehrenamtliche wie den Fachtag „Queere Lebensweisen in Kirche und Caritas“ (2023) zu organisieren.

 

Jana Hansjürgen:

Ich leite das NRW Landesprojekts blick* zu LSBTIQ* Strukturen im ländlichen Raum und bin Teil des Arbeitskreis Queersensible Pastoral des Erzbistums Paderborn.
Zuvor habe ich die LSBTIQ* Jugendeinrichtungen in Gelsenkirchen und Düsseldorf aufgebaut und geleitet und war Diversity Beauftragte der Landeshauptstadt Düsseldorf, mit dem Schwerpunkt LSBTIQ*.

 

Lars Hofnagel:

Ich bin Studierendenpfarrer der Katholischen Hochschulgemeinde Bielefeld und Pastor im Pastoralverbund Bielefeld-Mitte-Nord-West. In der Großstadt begegne ich Menschen in all ihrer Vielfalt sowie mit ihren individuellen Lebens- und Glaubenswegen. Ich bin beauftragt zur Geistlichen Begleitung, und es ist mein Anliegen, dass jede Person zu ihrem Selbst werden kann.

 

Leonie Jedicke:

Ich arbeite als Referentin für Kompetenz- und Profilbildung in der Fachstelle Personal- und Organisationsentwicklung des Diözesan-Caritasverbands. Dort bin ich auch Mitglied des Kompetenzteams Geschlechtergerechtigkeit und arbeite im Vielfaltsnetzwerk des Deutschen Caritasverbands mit. Vielfalt in all ihren Facetten zu wertschätzen und zu managen, ist für mich Teil einer christlichen Organisationskultur.

 

Melina Sieker:

Jahrgang 1988. Ich bin Referentin in der Abteilung Schulpastoral und Mentorin für alle, die Katholische Theologie auf Lehramt an der Universität Paderborn studieren.

Mit meiner anderen halben Stelle bin ich als Referentin für den Prozess Diözesaner Weg 2030+ zuständig.

Ich nehme für die Arbeit im AK Queersensible Pastoral insbesondere die Perspektive Schule und Hochschule mit in den Blick.

Indra Wanke:

Ich arbeite als Abteilungsleiterin der Abteilung Pastoral in verschiedenen Lebensbereichen im Bereich Pastorale Dienste im Erzbischöflichen Generalvikariat und leite den Arbeitskreis  Queersensible Pastoral.  Zu den Aufgabenfeldern unserer Abteilung gehören die kategorialen Seelsorgefelder und der Fachbereich Paare-Ehe-Familie. In beiden Feldern geht es uns wesentlich um ein Dasein für die Menschen und um ihre Lebensthemen.

 

Ansprechperson

Indra Wanke

Abteilungsleitung
Pastoral in verschiedenen Lebensbereichen
 
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+49 5251 125-1430
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